Das grosse Openair Spektakel   |   EN   FR

Ein bisschen Mädchen für alles!

Dani Uhlmann, Head of Operations & Event Management, erzählt in der Rubrik "Basel Tattoo Mitarbeiter melden sich zu Wort" von seinem Arbeitsalltag.

Kann ich noch den Schlüssel für den Container haben? Wo kommen die Programmhefte hin? Wo finde ich einen Eimer? Der Sitz Nummer 63 ist nicht richtig festgemacht! Kann ich einige Kabelbinder haben? Dieses Schild ist falsch montiert! Der Durchlaufkühler bei der Baiz Nr. 7 funktioniert nicht mehr! Im 2. Stock der Kaserne haben wir keinen Strom mehr! Und so weiter…. Diese Liste könnte locker erweitert werden und würde mehr als den ganzen Beitrag füllen.

Jedoch genau solche Dinge gehören zum Alltag von meinem Team und mir während dem Basel Tattoo. Deshalb ist der Arbeitsalltag eines Head of Operations & Event Management nicht ganz einfach zu erklären. Es sind so viele tolle, interessante und anspruchsvolle Facetten, die dieser Job mit sich bringt.

Letztes Jahr hat das Basel Tattoo sein Jubiläum gefeiert. Dies hat mich oft daran erinnert, wie ich selber vor 10 Jahren das erste Mal versucht habe nach bestem Wissen und Gewissen die Arena, die Tattoo Street und die verschiedenen Lounges mit Hilfe des OK und den unzähligen Helfern und Lieferanten aufzubauen. Heute bin ich froh, auf ein Team zurückgreifen zu können, um alle an uns gestellten Anforderungen bestmöglich bewältigen zu können.

Als Leiter für das Operationelle bin ich unter anderem verantwortlich für den reibungslosen Ablauf vom gesamten Auf- und Abbau auf dem Kasernenareal, der Tattoo Street, der Lounges, und der Logistik in der Messe. Hinzu kommt die Koordination zwischen den beteiligten Lieferanten und deren unterschiedlichen Ansprechpersonen. Nebst dem Verhandeln und Abschliessen von Miet- und Lieferverträgen und dem Einholen von Bewilligungen ist es meine Aufgabe, die Umsetzung dieser Vereinbarungen zu überwachen, bei Bedarf entsprechend zu reagieren und die nötigen Entscheide zu treffen.

Damit es nie langweilig wird, kommen jedes Jahr neue Herausforderungen dazu. Wie z.B. im vergangenen Jahr die Einführung des Mehrweggeschirrs oder das neue Innenstadt-Verkehrsregime. Was mich auch sehr beschäftigt, ist der allfällige Umbau der Kaserne. Wo gehen wir mit allen unseren Musikern hin? Wie lösen wir diesen logistischen Engpass? Welche Einflüsse hat dies auf die Show und unsere Besucher? Wie reagieren die Anwohner? Welche Einsprachen müssen wir erwarten?

Die grösste Anspannung beginnt jeweils vier bis fünf Wochen vor dem Event. Dann setzen wir alle unsere Puzzleteile langsam zusammen. Auf die Premiere hin wird von meinem Team und mir erwartet, dass alles organisiert ist und entsprechend funktioniert. Hier blühen wir Operations-Leute richtig auf. Denn nun können wir schnell, zielorientiert und im Sinne des Events Entscheide treffen und haben somit die Fäden in den Händen.

Dies alles umzusetzen wäre nicht möglich, ohne unsere fleissigen Bienchen. Jedes Jahr freue ich mich aufs Neue, wenn die Helferanmeldung versendet wird, was gleichzeitig der u
unaufhaltsame Startschuss für eine Zeit mit ganz vielen, tollen und freiwilligen Helfern bedeutet. Zuerst findet der Kontakt mit den Gruppenchefs statt. Später folgt das Helfermeeting und am Schluss freue ich mich auf die persönlichen Begegnungen mit den Helfern auf dem Gelände. Gerade in der heutigen Zeit schätze ich diese unbesoldete Hilfsbereitschaft der Helferinnen und Helfer sehr. Gemeinsam lösen wir täglich etliche und teilweise einzigartige Sorgen und Probleme. Ganz nach dem Motto "gemeinsam sind wir stark".

Beim Empfang der Formationen schaue ich immer vorbei. Selbstverständlich ist eine spezielle Wiedersehensfreude vorhanden, wenn ich bekannte Gesichter antreffen darf. Dennoch beschäftigt mich in diesen Momenten mehr, wie ich alle Sonderwünsche erfüllen und lösen kann. Da sind der Import von Bärenfellmützen, Feuerwerk an Motorrädern befestigen, Kühe von der Messe in die Arena bringen oder 40 Jagdhunde durch die Kaserne rennen zu lassen oft noch einige der kleineren Sorgen.

Jetzt geht es nur noch wenige Wochen bis zur Premiere des Basel Tattoo 2016. Wir von der Abteilung Operations & Event Management arbeiten nun mit Hochdruck daran, dass auch dieses Jahr alle Wünsche erfüllt werden können. Ich freue mich schon jetzt darauf, wenn die Zuschauer bejubeln was ihnen geboten wird, die Helfer gut gelaunt ihre Aufgaben verrichten, die Musikanten sofort wieder nach Basel reisen möchten, die Baizer allabendlich ihr Ware anpreisen und es wieder heisst: ‚S Basel Tattoo isch in dr Stadt‘.

Michael Strecker wird in dieser Serie der nächste sein, welcher aus dem Alltag eines Basel Tattoo Mitarbeiter berichten wird. Gespannt warten wir auf seine Eindrücke und Erlebnisse.

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