Das grosse Openair Spektakel   |   EN   FR

"Wir legen den Fokus aufs Spektakel."

Besuch aus Down Under.

Craig Johnson, Dirigent und Kommandant der Australian Army Band, strahlt über das ganze Gesicht, wenn er vom Auftritt am Basel Tattoo 2017 spricht. „Die australische Militärband tritt sehr selten als solch grosse Formation im Ausland auf. Unsere Einsätze ausserhalb von Australien beschränken sich auf kleine Gruppen, die zur Unterstützung und Unterhaltung unserer Soldaten in Kriegsgebieten entsandt werden“, erzählt er bei unserem Gespräch. In den letzten zehn Jahren waren das Basel Tattoo und das Royal Edinburgh Military Tattoo die einzigen Anlässe, die sich mit Auftritten der Australian Army Band brüsten durften.

"Wir möchten noch
nicht zu viel verraten."

Deshalb wird die Reise ans Basel Tattoo von Craig akribisch vorbereitet. Bei seinem Besuch in der Schweiz besichtigt er das Kasernenareal und hat ausgedehnte Sitzungen mit dem Produktionsteam des Basel Tattoo. „Ich bin ein visueller Mensch, deshalb hilft mir diese ‚Reko‘ im Vorfeld sehr. Es ist einfacher, unsere Show zu finalisieren, wenn ich genau weiss, was uns hier erwartet.“ Was die Australier genau geplant haben, möchte uns Craig noch nicht verraten. Nur so viel: Er weiss, dass das Publikum an Basel grosse Erwartungen an die Band hat. Schliesslich wurden die Auftritte in den Jahren 2011 und 2014 mit frenetischem Applaus und Standing Ovations gedankt. Traditionell und trotzdem unerwartet soll die diesjährige Show der Australier werden. Sie möchten unterhalten, überraschen und begeistern. „Wir legen den Fokus aufs Spektakel“, offenbart Craig beim Gespräch. Kultige australische Klänge sowie Sängerinnen und Sänger mit atemberaubenden Stimmen dürfen ebenfalls erwartet werden.

Die insgesamt 60 Musikerinnen und Musiker hat Craig persönlich ausgewählt. Die Militärmusik in Australien besteht aus insgesamt elf Bands, die über das ganze Land verteilt sind. Die Bandleader konnten Vorschläge bringen und mit Videoaufnahmen wurden schliesslich die besten Musiker ‚gecastet‘. „Die grosse Grösse des Landes erschwert die Arbeit der Musiker“, erläutert Craig. Die Reisezeit ist lang und die Kosten hoch, deshalb gibt es so viele Bands, die dann jeweils in ihrer Region Aufträge haben. Die Australian Army Band kommt in ihrer klassischen Khaki-Uniform. Ihr Markenzeichen ist der „Slouch Hat“, der Schlapphut, und das Abzeichen der aufgehenden Sonne, welches das Symbol der australischen Armee ist. In der Band spielt die Geschichte Australiens und die Beziehung zu den Aborigines eine wichtige Rolle. Das Didgeridoo ist deshalb bei Auftritten der Formation nicht wegzudenken. Die Paukisten tragen anstelle von Raubtierfellen, die man bei den meisten Bands auf der Welt sieht, Kängurufelle. „Auf den Fellen ist die Geschichte unseres Landes in Bildern dargestellt“, berichtet Craig. Die Elemente, die von den Ureinwohnern übernommen wurden, werden von den Aborigines mit speziellen Zeremonien „abgesegnet“. Damit zeigen die Militärmusiker den Respekt vor der Kultur.

"Hier schliesst man
Freundschaften fürs Leben."

Craig grinst verschmitzt, als er auf die Frage ‚Auf was freust du dich?‘ antwortet: „Auf das Schwimmen im Rhein.“ Etwa ein Drittel der 60 Personen, die im Juli nach Basel kommen, haben schon einmal am Basel Tattoo mitgemacht. Und die erzählen ihren Kolleginnen und Kollegen von ihren bisherigen Erlebnissen. Das ‚Schwimmbad vor der Kasernentür‘ schien bei den Erzählungen wohl ganz weit vorne zu sein. „In Basel schliesst man Freundschaften fürs Leben“, hat Craig gehört. Darauf freut er sich ebenfalls: das Kennenlernen von Menschen aus aller Welt. Besonders auf das Schweizer Rekrutenspiel. Das Militärsystem in der Schweiz unterscheidet sich stark von demjenigen in Australien. Und die Show? „Diese verspricht Gänsehaut“, weiss Craig. Jetzt wo er die Kaserne mit eigenen Augen gesehen hat, freut er sich noch mehr auf den Auftritt. „Es ist uns eine grosse Ehre, dürfen wir am Basel Tattoo bereits zum dritten Mal dabei sein!“

 

Drucken