Das grosse Openair Spektakel   |   EN   FR

 

"Musik zu organisieren ist mein Ding!"

Christoph Seibert, Operations Manager Side Events beim Basel Tattoo, berichtet in unserer Rubrik "Basel Tattoo Mitarbeiter melden sich zu Wort" über seinen Job.

Als ich 1964 als 10jähriger Junge in der Musikschule Basel beim legendären Hornprofessor Jozef Brejza begann das Waldhornspiel zu erlernen, dachte ich noch nicht daran, was das alles beinhalten könnte. Am 5. Oktober 1968 war es dann soweit. Ich hatte meinen ersten Auftritt mit der Stadtmusik Basel, dem damals besten und renommiertesten Blasmusikorchester der Schweiz, am Baselstädtischen Musiktag in der Basler Halle der Messe Basel. Drei Jahre später bereits wurde ich in den Vorstand der Stadtmusik gewählt. So sah ich mich bereits mit 17 Jahren mit der Organisation von Musik konfrontiert. Musik zu organisieren, das war mein Ding.

Während den goldigen Openair-Jahren im Joggeli zwischen 1984 bis 1994 hatte ich an den Openairkonzerten, die Aufgabe, die Verbindung zwischen Veranstalter und den kantonalen Behörden sicherzustellen. Somit kam ich in Kontakt mit sämtlichen Grossen der damaligen Zeit. Ob Tina Turner, Rolling Stones, Michael Jackson, U2, Bruce Springsteen oder Prince. André Béchir der Firma Good News war damals meine Bezugsperson. Wir konnten zusammen viele knifflige Probleme lösen. Auch damals wurde in höchstem Masse Musik organisiert.

Parallel dazu hatte ich als Kantonalpräsident des städtischen Musikverbandes die Gelegenheit unzählige grössere Events zusammen mit verschiedenen Musikkorps zu organisieren. Legendäre Rasenshows auf dem Rankhof und später im alten Joggeli mit der Polizeimusik Basel, habe ich in sehr guter Erinnerung. Alles aufzuzählen würde hier den Rahmen sprengen. Hervorzuheben ist sicher die Teilnahme an einer der grössten Parade der Welt. Die Rose Parade in Los Angeles mit 1.5 Mio Zuschauern und 8.046 km Marschstrecke war einzigartig. Nicht minder eindrucksvoll war unsere Teilnahme am Police Tattoo 2006 in Adelaide 2006 und als klaren Höhepunkt die Auftritte am Basel Tattoo 2009.

"Ich war an
legendären Events dabei."

2002 kam Erik Julliard auf mich zu, ob ich ihm bei den Instruktionen des Top Secret Drum Corps mithelfen könne. Da ich vom Trommeln so gut wie nichts verstand, war dies eine heikle Aufgabe. Meine Unterstützung beschränkte sich auf das richtige Marschieren und das Kontrollieren der sogenannten Visuals. Es wurde viel Schweiss vergossen. Der Lohn für die harte Arbeit war die erstmalige Teilnahme am Royal Edinburgh Military Tattoo 2003. Seit dann ist viel Zeit vergangen. Der Tattoo Virus hat mich aber nie mehr losgelassen. So kam es, dass mich Erik von Anfang an in das OK der damals noch kleinen Basel Tattoo Familie integrierte.
Das Organisieren von grösseren Umzügen war ein weiteres Steckenpferd. So konnte ich zusammen mit Werner Madörin im Auftrag des Kantons die 500 Jahre Basel bei der Eidgenossenschaft Feier und den Basler Tag an der Expo 2002 in Yverdon mitorganisieren. Die Mithilfe von Werner Madörin beanspruchte ich dann später wieder, als es galt, die erste Basel Tattoo Parade zu organisieren.

"Der Tattoo-Virus hat
mich nie mehr losgelassen."

2010 gaben mir die Verantwortlichen der Basel Tattoo Productions das Vertrauen und die Gelegenheit nun endgültig mein Hobby zum Beruf zu machen. Ich wurde als Operations Manager angestellt und hatte die Aufgabe mich um sämtliche Side Events zu kümmern. So zum Beispiel konnte ich von Grund auf mithelfen, das Berlin Tattoo und das Christmas Tattoo auf die Beine zu stellen. Der Kontakt und Gedankenaustausch mit guten Musikern, aber auch das Kennenlernen von Musikern anderer Nationen und deren Musikverständnis, ist täglicher Antrieb meiner erfüllenden Tätigkeit beim Basel Tattoo. Die Zeit steht nicht still. Fast wöchentlich werde ich mit Wünschen und Ideen konfrontiert, die es gilt umzusetzen. Neues aus dem Boden zu stampfen liegt mir.

Mit obigen Zeilen will ich allen Mut machen die mit Musik und Organisation zu tun haben. Was gibt es schöneres als unserer Gesellschaft damit Freude zu bereiten. Ich denke jedes Mal, wenn ich in einem Orchester sitze und Waldhorn spiele, wie befriedigend es ist, Leute mit unseren Musikvorträgen zu beschenken. In jedem Musiker steckt viel Herzblut und Hingabe für sein erlerntes Instrument. Wir Musikanten ermöglichen durch unsere Musik, dem Zuhörer eine gewisse Zeit der Ruhe und des Konsumierens. Dabei aber noch Teil der Organisation zu sein, ist das Schönste was man sich vorstellen kann. Mir bleiben nun noch 2 Jahre bis zu meiner Pension. Ich nutze diese, noch möglichst viele Inputs zu geben und tatkräftig an Neuem, aber auch Alt-Bewährtem mit zu helfen.

Für den nächsten Beitrag nominiere ich unserern Grafiker und Fotografen, Patrick Straub.

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