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Die Romantik von Gänsehautmomenten

Patrick Stalder berichtet in der Rubrik "Basel Tattoo Mitarbeiter melden sich zu Wort" über seine Arbeit als Projekt Manager des Top Secret Drum Corps.

Als 12-Jähriger Knopf tauchte ich erstmals in die Welt ein, die mich bis heute nicht mehr losgelassen hat. Mein Mami und ich machten uns damals auf den Weg in Richtung Marktplatz. Eigentlich wusste ich gar nicht genau warum. Mami meinte nur: „Das wird dir sicher gefallen, Patrick!“ Am Marktplatz angekommen, standen wir in einer unglaublichen Menschenmenge, es herrschte eine wahnsinnige „Druggedde“ und irgendwie lag eine spezielle Atmosphäre in der Luft. Da hörte ich es zum ersten Mal: die immer lauter werdenden, immer näher kommenden Trommelklänge – ungewohnte Trommelklänge, ich spürte die Energie, diese Kraft!

"Ich war verzaubert
und fasziniert."

Ich merkte, wie es mich und den ganzen Marktplatz verzauberte und uns alle in seinen ganz eigenen Bann zog. Als überaus begeisterungsfähiges Kind und vor allem angefressener Nachwuchs-Tambour war mir damals die Berichterstattung über die Basler Trommler, welche an irgendeiner weltbekannten Veranstaltung in Edinburgh für Furore sorgten, natürlich nicht entgangen. Doch das Erlebnis am Marktplatz, diese Musik, diese Stimmung und Faszination: Gänsehaut!

Es ist das Streben nach dieser Gänsehaut, nach diesem einen Gefühl, das mich fortan antrieb und immer noch antreibt. Ein Gefühl, aus einer Mischung zwischen frisch verliebt, völliger Erschlagenheit und Überforderung, Zufriedenheit und Genugtuung. Meine Bestrebungen nach diesen Momenten führten dazu, dass ich heute das Privileg habe, dafür zu sorgen, dass andere dieses Gefühl erleben dürfen.

 

 

Als Project Manager des Top Secret Drum Corps darf ich mich um alle Aufgaben kümmern, welche die Top Secret-Mitglieder nebst dem wahnsinnigen Aufwand für Proben, Auftritte und Reisen, nicht auch noch bewältigen können. Das reicht vom Booking, über die interne und externe Kommunikation und Koordination, dem Handling von Material und Probelokal, der Betreuung der aktiven und passiven Mitglieder bis hin zur Organisation der Auftritte und Reisen im In- und Ausland. Als langjähriges Mitglied und ehemaliger Snareline Leader des Top Secret Drum Corps, weiss ich genau, was diese Jungs für das Top Secret Drum Corps leisten. Ihr Antrieb ist derselbe wie es meiner immer war: Gänsehaut!

"Wie wenn man
frisch verliebt ist."

Ich werde die Momente nie mehr vergessen, wie ich mit meinen besten Freunden all diese Emotionen teilen durfte. Besonders in Erinnerung bleibt mir das Basel Tattoo 2015. Wir investierten unglaublich viel Arbeit in das Komponieren einer neuen Show, das Konzipieren der neuen Choreographie oder das Designen von den neuen Instrumenten und Uniformen. Wir fragten uns: Wie kommt es an? Haben wir an alles gedacht? Hätten wir noch mehr machen können oder müssen? Es war mal kreativ, mal war es destruktiv, mal im Einklang und mal geriet man sich in die Haare. Ich erinnere mich an die Emotionen vor der Premiere, den Druck und die Ungewissheit. Wir waren zwei Wochen wie auf Nadeln, diskutierten und analysierten, nahmen Anpassungen und Verbesserungen vor und erlebten zum Schluss eine perfekte Dernièren-Show. Es war wieder da, das Gefühl von frisch verliebt, völliger Erschlagenheit und Überforderung, Zufriedenheit und Genugtuung. Es erfüllt mich mit Stolz, dass ich heute tagtäglich dafür sorgen darf, dass „meine Jungs“ vom Top Secret Drum Corps, dasselbe oder gar noch mehr erleben und erfahren dürfen.

"Hier kann ich mein 'Ruggsäggli'
im Eventbusiness füllen."

Als Angestellter der Basel Tattoo Productions GmbH kümmere ich mich aber nicht nur um die Belange von Top Secret. Rund um unsere Events wie dem Glaibasler Charivari und allen voran dem Basel Tattoo darf ich immer wieder verschiedene, vielseitige Aufgaben übernehmen und so mein „Ruggsäggli“ im Eventbusiness füllen. All dies nicht nur mit Arbeitskollegen, sondern Freunden tun zu dürfen, empfinde ich als weiteres grosses Privileg. Jeder Besucher, der mir erzählt, wie sehr es ihm gefallen hat, jeder Mitwirkende, welcher mir über seine Teilnahme berichtet und jeder Helfer der traurig ist, wenn alles wieder zu Ende ist, löst bei mir etwas aus. Das klingt alles wahnsinnig kitschig und emotional, doch es ist das, was mich so sehr fasziniert: Die Romantik von Gänsehautmomenten.

Für den nächsten Blog nominiere ich Christoph Seibert, Operations Manager Side Events. 

 

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