Das grosse Openair Spektakel   |   EN   FR

Der ganz normale Wahnsinn

Die Rubrik "Basel Tattoo Mitarbeiter melden sich zu Wort" geht mit Andreas Kurz, Event Manager, in die nächste Runde. 

Am morgen früh steige ich am Marktplatz aus dem Tram und hole mir beim Beck ein „Weggli". Die nette Frau hinter der Theke fragt mich: ,,ein Paillasse-Rustico wie immer?". Bei einer früheren Arbeitsstelle wurde ich manchmal auch „Weggli-Mörder" genannt. Ok, einige meiner Basel Tattoo Arbeitskollegen haben mich auch schon gefragt, ob ich nebenbei zuständig sei, dass die Grättimänner, Königskuchen, Osterfladen und 1.-August-Weggen ihren Abnehmer finden. Wobei Abnehmer sowieso der falsche Ausdruck hierfür ist. Denn abnehmen tut man mit den Backwaren, die in der Basel Tattoo Küche gelegentlich angeboten werden, sowieso nicht.

"Man nennt mich auch
den Wegglimörder."

Wenn ich anschliessend mein Büro an der Glockengasse betrete, habe ich die Hälfte des Brötlis bereits gegessen. Den Rest gönne ich mir während sich mein PC hochlädt. Nach dem überfliegen der 43 neuen Emails schwinge ich mich ins Marketingmeeting. Unser Marketingchef, ein Glarner aus Zürich - ja auch das gibt es - führt durch die Sitzung. Verständigungsschwierigkeiten auf Grund unterschiedlicher Dialektgewohnheiten sind nicht ganz ungewöhnlich. Das Klima ist aber sehr gut und die Runde konzentriert und motiviert, kreativ vorwärts zu schaffen. Viele Pendenzen können erledigt werden, doch nimmt man mindestens auch gleich viel Arbeit aus einem Meeting wieder mit. Die nächste Sitzung, ein Treffen mit einem Journalisten, ist auf 11.00 Uhr angesetzt. Dazwischen bleiben 30 Minuten Zeit. Das reicht just, um drei der ungelesenen Mails, dessen Zahl sich mittlerweile auf 51 erhöht hat, zu beantworten.

Das Mittagessen verbringe ich in erwähnter Küche, die sich regelmässig in eine kulinarische Hochburg verwandelt. Von mitgebrachten Spätzliresten „Grossmutterart" über lauwarme Suppen bis hin zu chinesischen Schupfnudeln präsentiert sich eine reichhaltige Palette an Köstlichkeiten im mittlerweile vollgestopften Pausenraum. Es wird gelacht, diskutiert und die Welt verbessert, oder zumindest das Basel Tattoo. Wertvolle Momente, die nicht nur das Arbeitsklima fördern, sondern auch immer wieder gute Ideen hervorbringen.

"Der Pausenraum verwandelt sich
in eine kulinarische Hochburg."

Gestärkt gehe ich zurück an meinen Arbeitsplatz und nehme voller Elan das Verfassen einer Medienmitteilung in Angriff, da klingelt mein Telefon. Unser Produzent ist am Apparat und fragt mich: ,,Hesch kurz Zyt, kasch schnäll abe ko?". Aus dem „Hesch kurz Zyt?" wird eine zweistündige Sitzung. Man kann zwar einiges planen und doch ist manchmal alles anders. Plötzlich muss man die Prioritäten neu definieren und seine Pläne über den Haufen werfen. Flexibilität, Ausdauer und Identifikation mit dem Produkt sind darum willkommene Begleiter für mich als Event Manager. Gegen Abend widme ich mich nochmals meiner Medienmitteilung. Und tatsächlich kann ich ungestört einen ersten Entwurf landen, was nicht immer selbstverständlich ist. Unser Grossraumbüro entwickelt sich nämlich, vor allem kurz vor dem Event, zur Basel Tattoo Begegnungs- und Wohfühloase. Nicht nur Mitarbeitende aus allen Stockwerken sind dann hier anzutreffen, sondern auch OK-Mitglieder, Behördenvertreter, Berater und solche die es sein wollen, geben sich die Türklinke in die Hand. An ein konzentriertes Arbeiten ist dann kaum zu denken. Doch was soll's, es sind eben auch diese Begegnungen, die den Job interessant machen.

"Unser Büro ist manchmal auch
Begegnungs- und Wohlfühloase."

Es ist kurz nach 18.00 Uhr und ich frage mich, ob ich mich der Organisation des nächsten OK-Meetings widmen soll, da fragt mich ein Arbeitskollege: ,,Kunnsch au no eine go schnappe, mir sinn im Gifthüttli?". Nach einem intensiven Arbeitstag hat man sich ein Bier verdient, sage ich mir, und schalte meinen PC aus. Meine Kollegen, haben mir bereits ein Bier bestellt. Gemeinsam lassen wir den Tag Revue passieren, schmieden Ideen für neue Projekte und stellen einmal mehr fest, dass es unglaublich wertvoll ist, im diesem spannenden Umfeld des ganz normalen Wahnsinns arbeiten zu dürfen.

Für den nächsten Blog nominiere ich Patrick Stalder, Project Manager des Top Secret Drums Corps.

Drucken